Ausbildungs-verhältnis

Die erfahrenen Anwälte der Anwaltskanzlei Maas & Kollegen haben bereits Dutzende von Geschäftsführern, Angestellten und Mitarbeitern im Arbeitsrecht unterstüzt.

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Maas und Kollegen. Die Experten für Arbeitsrecht.

Die berufliche Ausbildung dient der Lehre und Entwicklung des/der Auszubildenden und ist kein bloßes Arbeits- und Dienstverhältnis. Sowohl für Auszubildende/-n als auch für Ausbilder/- in gelten deswegen besondere Regelungen. Sie unterscheiden sich in vielen Fällen von einem Arbeitsverhältnis.

Welche Rechte habe ich während meiner Ausbildung?

a) Vergütung
Eines der wichtigsten Rechte des/der Auszubildenden ist eine angemessene Ausbildungsvergütung. Die Höhe der Vergütung ist je nach Branche unterschiedlich und steht im Ausbildungsvertrag. Sie muss während der Ausbildungszeit mindestens jährlich ansteigen.

b) Ausbildungsmittel
Daneben besteht ein Anspruch auf kostenlose Ausbildungsmittel, wie zum Beispiel Werkzeuge, die der Ausbildungsbetrieb zur Verfügung stellen muss.

c) Freistellung
Dass der/die Auszubildende für seinen/ihren Berufsschulunterricht von der Arbeit freibekommt, ist eigentlich selbstverständlich und daher auch ein Grundrecht.

d) Ausbildungsziel
Ein wichtiges Recht des/der Auszubildenden ist das Arbeiten nur für das Ausbildungsziel: Er/Sie muss keine Arbeiten verrichten, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben, wie zum Beispiel private Besorgungen für den Chef oder das Putzen der Toilette.

e) Kündigungsrecht
Auszubildende haben eine spezielle Kündigungsmöglichkeit und können das Ausbildungsverhältnis mit einer 4-wöchigen Frist beenden. Bei der Kündigung des Ausbildungsverhältnisses ist der Zeitpunkt entscheidend.

f) Zeugnis
Ein weiteres Recht ist der Anspruch auf ein Zeugnis, das der/die Ausbilder/-in am Ende der Ausbildung ausstellen muss.

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In der Probezeit gelten besondere Kündigungsbedingungen: Das Ausbildungsverhältnis kann jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist (§ 22 Berufsbildungsgesetz) sowohl vom/von der Auszubildenden als auch vom Ausbildungsbetrieb gekündigt werden. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, Gründe müssen nicht genannt werden.

Nach der Probezeit gibt es drei verschiedene Arten die Ausbildung abzubrechen:
Fristlose Kündigung: Sie ist von beiden Seiten möglich, aber nur, wenn ein schwerer Gesetzesverstoß vorliegt. Ein solcher Gesetzesverstoß auf Seiten des/der Ausbilders/-in wäre zum Beispiel, dass der/die Auszubildende ständig beschimpft, beleidigt oder sogar geschlagen wird.

Schwere Gesetzesverstöße durch den/die Auszubildende sind beispielsweise mehrfaches Schwänzen der Berufsschule oder Diebstahl. Der/Die Ausbilder/-in muss dem/der Auszubildenden vor der Kündigung eine Abmahnung erteilt haben, um ihm/ihr die Chance zur Besserung zu geben. Sind dem/der Ausbilder/-in die Gründe bereits mehr als zwei Wochen bekannt, ist die Kündigung ungültig.

Haben Sie hierzu Fragen? Vereinbaren Sie Ihren Termin bei Maas & Kollegen.

Wechsel des Ausbildungsbetriebs. Was muss ich beachten?

Auszubildende können ihre Ausbildung nicht ohne weiteres im gleichen Beruf in einem anderen Betrieb fortsetzen. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) sieht einen Wechsel des Ausbildungsbetriebes nicht vor.

Nur unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Ausbildungsvertrag vorzeitig beendet und die Ausbildung in einem anderen Betrieb fortgesetzt werden. Die Möglichkeiten für die Kündigung von Ausbildungsverhältnissen sind durch das Berufsbildungsgesetz sowohl für Ausbildungsbetriebe als auch für Auszubildende erheblich eingeschränkt.

Oft ist eine Beendigung im beiderseitigen Einvernehmen einer Kündigung vorzuziehen: Betrieb und Auszubildende/-r schließen gemeinsam einen Aufhebungsvertrag. Dabei muss weder ein Grund angegeben noch eine Frist eingehalten werden. Die Ausbildung kann dann in einem anderen Betrieb auch im gleichen Ausbildungsberuf fortgesetzt werden.

Mit dem neuen Ausbildungsbetrieb ist ein neuer Ausbildungsvertrag abzuschließen. Ob die bereits zurückgelegte Ausbildungszeit angerechnet wird, vereinbaren Betrieb und Auszubildende/-r im neuen Ausbildungsvertrag. In jedem Fall muss eine neue Probezeit (von mindestens einem und maximal vier Monaten) vereinbart werden.

Nur wenn Auszubildende die Ausbildung aufgeben wollen (bspw. um zu studieren), oder einen anderen Beruf erlernen möchten, kann mit einer Frist von vier Wochen schriftlich und unter Angabe des Kündigungsgrundes gekündigt werden.

Wollen Sie Ihren Ausbildungsbetrieb wechseln? Dann vereinbaren Sie Ihren Termin bei Maas & Kollegen.

Ich werde schikaniert. Welche Rechte habe ich?

Sie sind von Mobbing am Ausbildungsplatz betroffen und wissen nicht, wie Sie sich aus dieser Situation befreien können? Generell ist es natürlich eine schwierige Lage, in der Sie sich befinden. Sie wissen nicht, ob sie das Thema im Unternehmen bei dem/der Ausbilder/-in oder Chef/-in ansprechen sollen oder wie Sie sich verhalten können, um sich nicht mehr als “schwaches Opfer” zu fühlen.

Gespräche mit Vertrauenspersonen helfen.
Zunächst ist es wichtig, über ihre Situation zu sprechen. Das muss gar nicht direkt am Arbeitsplatz mit dem/der Ausbilder/-in sein. Es bringt schon viel, wenn man sich zunächst einmal mit den Eltern oder Freunden/-innen zusammensetzt – Menschen, denen man vertraut. Außenstehende haben häufig einen anderen Blick auf die Lage und können einem vielleicht schon erste Tipps oder Hinweise geben, wie man etwas ändern kann.

In die Offensive gehen.
Falls es sich um eine einzige Person handelt, von der man immer wieder angegriffen wird, gilt außerdem: Vergessen Sie die Opferhaltung und treten der Person offen und stark entgegen. Da häufig ein unausgesprochener Konflikt hinter den Schikanen steckt, ist es sinnvoll, diesen anzusprechen. Sicherlich kostet das erst einmal Mut, doch in einem Vier-Augen-Gespräch können Probleme und Sichtweisen offen angesprochen und vielleicht sogar aus der Welt geschafft werden. Wichtig dabei ist, sachlich zu bleiben und nicht durch Beleidigungen persönlich zu werden. So macht man das Ganze nämlich nur noch schlimmer.

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Das Mobbing-Tagebuch.
Hatten Sie mit dem Vier-Augen-Gespräch keinen Erfolg oder handelt es sich um eine größere Gruppe von Personen, die es auf einen abgesehen haben, macht es tatsächlich Sinn, ein Mobbing-Tagebuch zu schreiben. Das hört sich erst einmal komisch an, ist aber sinnvoll, denn so kann man alle Angriffe auf sich genau festhalten und hat bei einem späteren Gespräch mit dem/der Ausbilder/-in, dem Betriebsrat oder der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) einen dokumentierten Beleg. In das Tagebuch trägt man ein, wer der/die Täter/-in war, was diese/-r gesagt oder getan hat, wann, wo und wie die Mobbing-Handlung stattgefunden hat, was der Auslöser war und welche Zeugen/-innen dies mitbekommen haben. Falls es um mündliche Beleidigungen und Diskriminierungen ging, sollte man diese möglichst wortwörtlich notieren. Falls Sie feindselige E-Mails oder Briefe bekommen haben, kann man diese als Beweis nutzen. Erkennen Sie bereits erste Folgen durch das Mobbing, egal ob psychisch oder körperlich? Dann sollten Sie auch diese in diesem Tagebuch festhalten.

Mit dem Tagebuch können Sie dann zunächst einmal zu einer/m Vorgesetzten, Ausbilder/-in, Chef/-in oder auch Berufsschullehrer/-in gehen und ihm die Situation genau schildern. Sollten Sie jedoch nicht nur durch Kollegen/-innen, sondern auch durch den/die Vorgesetzte/-n gemobbt werden oder das Gespräch mit ihnen bringt keine Besserung, können Sie sich auch an einen Anwalt wenden. Mobbing am Arbeitsplatz muss man sich rechtlich nicht gefallen lassen – auch nicht in der Ausbildung! Der Anwalt kann Ihnen mithilfe des ausgefüllten Mobbing-Tagebuchs dabei helfen, den Ausbildungsbetrieb zu wechseln und sogar Schadensersatz zu fordern.

Brauchen Sie hier unsere Hilfe? Vereinbaren Sie Ihren Termin bei Maas & Kollegen.

Jahrzehntelange Erfahrung

Mit unserer umfangreichen juristischen Erfahrung stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Maas & Kollegen bietet Ihnen eine bestsmögliche juristischen Unterstützung.

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